PRESSEBERICHTE

2010-06 "Musiktherapie fördert Rehabilitation"

Musiktherapie

Schlaganfall - Musiktherapie fördert Rehabilitation

Etwa 250.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. Die Mehrzahl der Betroffenen hat anschließend mit belastenden Folgeschäden wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen zu kämpfen.

Die frühzeitige Rehabilitation von Schlaganfallpatienten ist von zentraler Bedeutung und entscheidet nicht zuletzt darüber, wie weit der Betroffene "zurück" ins Leben findet. Denn mit intensivem Training lassen sich viele Fähigkeiten wieder erlernen. Dabei kommt neben Krankengymnastik und Ergotherapie immer häufiger auch die Musiktherapie zum Einsatz.
Gerade da, wo verbale Kommunikation erschwert oder unmöglich ist - etwa bei Patienten mit Sprachbehinderungen - bietet sie die Möglichkeit, einen Zugang zum Menschen zu finden und diesen therapeutisch zu nutzen. Bei der aktiven Form der Musiktherapie machen Therapeut und Patient zusammen Musik. Musikalische Vorkenntnisse des Patienten sind hierfür nicht notwendig. Das Improvisieren auf einfachen Instrumenten oder das gemeinsame Singen dienen dazu, miteinander in Kontakt zu kommen und emotionale Stimmungen durch die Musik hörbar zu machen und zu beeinflussen.

Der Therapeut antwortend auf das Spiel des Patienten. In diesem nonverbalen Dialog kann der Patient auch Dinge "aussprechen", die sonst für ihn nur schwer in Worte zu fassen wären.

Gemeinsames Musizieren

Durch das Instrumentalspiel lassen sich sowohl die Grob- als auch die Feinmotorik verbessern. Bei der passiven oder rezeptiven Form der Musiktherapie hört der Patient den Improvisationen des Therapeuten oder selbst gewählter Musik zu. Dies soll vor allem zur Entspannung beitragen.
Hier entfaltet sich die heilsame Wirkung der Musik aber auch darüber, dass sie starke Emotionen hervorruft und außerdem beim entsprechenden Rhythmus zu Bewegungen motiviert.

Denn Musik kann so mitreißend sein, dass man gar nicht anders kann, als mitzuwippen. Dieser Effekt hilft ebenfalls in der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten: Zu rhythmischen Klängen lernen sie viel leichter, wieder zu gehen. Dies wurde kürzlich sogar in einer internationalen Studie nachgewiesen.

Die Wirkung von Musik bei der Rehabilitation wird bisher unterschätzt

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung hat in einer internationalen Studie die Wirksamkeit von Musiktherapie im Vergleich zu konventioneller Physiotherapie bei Schlaganfallpatienten untersucht. Nach einem Schlaganfall ist bei vielen Patienten der normale Gangrhythmus beeinträchtigt. Die Forscher wollten nun herausfinden, ob auch durch ein musik-therapeutisches Konzept eine bessere Gehfähigkeit der Schlaganfallpatienten erreicht werden kann und ob die Behandlungsergebnisse besser sind als bei konventioneller Physiotherapie.

Dabei kamen sie zu einem interessanten Ergebnis: Die Patienten, die mit Musiktherapie behandelt wurden, wiesen eine höhere Erfolgsrate bei der Verbesserung von Bewegungsdefiziten auf. Für die Studie erhielten vierzig Schlaganfallpatienten mit einer halbseitigen Lähmung täglich ein spezielles musikmedizinisches Gangtraining. Dabei wurde der Gang durch rhythmisch-akustische Zeitgeber oder eine musikalische Stimulation unterstützt. Eine Vergleichsgruppe erhielt über den gleichen Zeitraum ein normales physiotherapeutisches Gangtraining.

Im Ergebnis war der Anteil der Personen in der Musiktherapiegruppe, bei der sich die Symptome deutlich verbessert hatten, etwa doppelt so hoch wie in der mit konventioneller Physiotherapie behandelten Gruppe. Zudem waren die Patienten, die mit der Musik behandelt wurden, währen der gesamten
Behandlungsdauer zufriedener mit ihrer Therapie als die Patienten der Vergleichsgruppe.

2010-03 Mit Mozart & Co. Depressionen verscheuchen

Musiktherapie hilft gegen psychische Probleme, Schmerzen und sogar gegen die Parkinson-Krankheit

König Saul, um 1000 vor Christus der erste König Israels, soll kein wirklich fröhlicher Mensch gewesen sein. Immer wieder verlor er in Schlachten gegen die Philister, der Prophet Samuel mäkelte an ihm herum, und sein Volk hatte ihn nicht so richtig lieb. [mehr]

2009-03 Musiktherapie hilft gegen Tinnitus

Wissenschaftler aus Heidelberg und Homburg haben erstmals nachgewiesen, dass eine Musiktherapie dauerhaft gegen Tinnitus wirken kann.

Im Rahmen ihrer Studie behandelten die Spezialisten insgesamt 132 Probanden, die bereits seit längerer Zeit störende Pfeif- und Piepgeräusche wahrgenommen hatten. Bei rund 80 Prozent der Testpersonen mit chronisch-tonalem Tinnitus schlug die neuartige Heilmethode an. Nach Abschluss der Therapie hatten die Symptome abgenommen oder waren vollkommen verschwunden. Auch sechs Monate später tauchten die lästigen Töne nicht wieder auf, weshalb die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung davon ausgehen, dass diese Personen dauerhaft von ihrem Leiden befreit sind. Das Besondere: Die Patienten hatten unter Anleitung von Musiktherapeuten durch spezielle Stimmübungen selbst aktiv zu ihrer Genesung beigetragen. Nachdem diese Behandlung erfolgreich war, soll nun eine weitere Studie zeigen, ob das Konzept nicht nur bei Pfeif-, sondern auch bei Rauschtönen hilft.

2008-11 Junge Talente vor Senioren

Schüler KLAVIERKONZERT in BETHESDA
Seniorenzentrum Babenhausen-Harreshausen

Dorothea Brzeski gab mit einigen ihrer Musikschüler ein kleines Konzert im Seniorenzentrum Bethesda in Harreshausen.

Es war für die Schülerinnen und Schüler eine gute Gelegenheit vor ihren Eltern, Verwandten und Freunden und den Bewohnern im Haus ihre musikalische Begabung und ihre Fortschritte am Klavier zu zeigen. Das Programm war sehr abwechslungsreich und reichte von klassischen Musikstücken bis zu Pop und Pop Balladen. Zwischendurch gab es eine gute Tasse Kaffee und Zeit für Gespräche und zum Kennenlernen.

Dorothea Brzeski Dorothea Brzeski Dorothea Brzeski Dorothea Brzeski

2008-02 Gute Töne für die Seele

Musik kann helfen, unterdrückte Gefühle bewusst zu machen

Gut besuchtes Frauenfrühstück der Christengemeinschaft Hirzenhain mit der Musiktherapeutin Dorothea Brzeski im Gederner Schloss

GEDERN (em). Ein schönes Thema - "Musik für die Seele" - hatte die Vorbereitungsgruppe der Christengemeinschaft Hirzenhain für das Frauenfrühstück gefunden, das zum dritten Mal in größerem Rahmen stattfand. Im Wappensaal des Gederner Schlosses konnte Silke Ossendorf vom Vorbereitungsteam 80 Frauen begrüßen. Musikalisch begann auch das gemeinsame Frühstück: Die Referentin Dorothea Brzeski, Musiktherapeutin aus Schaafheim, übte mit den Teilnehmerinnen einen Kanon ein. Das mehrstimmige Singen klappte erstaunlich gut - ob es an dem schönen klaren Wintertag draußen, dem ganz in Morgensonne getauchten Raum oder dem freundlichen Wir-Gefühl zwischen den Frauen lag? Für Kinderbetreuung war gesorgt, das Frühstücksbüffet war lecker besetzt und so konnten die Teilnehmerinnen erst einmal ein ruhiges Wochenend-Frühstück mit angeregten Gesprächen genießen.
Welche Zielgruppe hat die Musiktherapie, was kann sie nützen? Aus 20-jähriger Erfahrung stellte Dorothea Brzeski ihr Berufsbild dar. "Musiktherapie ist für Menschen, die in ihrem Leben etwas ändern wollen." Musik helfe, unterdrückte Gefühle bewusst zu machen, zu bearbeiten und zu überwinden. So könne man etwa psychosomatisch Kranken mit Musik weiterhelfen: "Solche Krankheiten entstehen immer dann, wenn wir unsere Gefühle unterdrücken!" Für Menschen mit Depressionen, mit Angstneurosen sei die Musiktherapie ebenfalls ein hilfreiches Angebot, oft auch als Begleitung einer laufenden Psychotherapie. Günstig beeinflussen könne man damit viele Formen von Verhaltensauffälligkeiten, auch das derzeit so häufig diskutierte ADS und ADHS bei Kindern, aber auch Formen kindlicher Sprachblockade (Mutismus). Dorothea Brzeski berichtete von einem vierjährigen Mädchen in ihrer Praxis, das völlig stumm sei, obwohl es weder Hörschäden noch Erkrankungen der Sprachorgane habe. Nach anfänglicher Verweigerung habe das Kind immer mehr Freude am Hören von Musik, beginne Lieder mitzusingen, obwohl es noch nicht zur aktiven Sprache gefunden habe.

Auch der prophylaktische Wert von Musiktherapie dürfe nicht unterschätzt werden. So begleitet, könne man Lebenskrisen - die unheilbare Erkrankung eines Angehörigen, eine Scheidung - wesentlich besser durchstehen. Ähnliches gelte für Traumatisierte oder für Menschen, die sehr einsam und isoliert lebten: "Musik reicht in Tiefen der Seele, in die ein Gespräch nicht so leicht hinkommt. Sie holt Emotionen hoch, die im seelsorgerlichen Gespräch aufgearbeitet werden können!"

Dazu könnten verschiedene Methoden angewendet werden: das reine Hören, das gemeinsame Musizieren, das ergänzenden Angebot weiterer kreativer Ebenen, etwa Bildgestaltung, Rollenspiele, Phantasiereisen. Mit Musik könne man sich den vier grundlegenden Seelensprachen - Freude, Trauer, Angst und Zorn - stellen, ohne die Verletzung von Konventionen zu befürchten: "Gott liebt uns in unseren ganzen Gefühlswallungen. Er erreicht uns auch dort, wo Blockaden sind!" Dorothea Brzeski berichtete offen über eigene Lebenskrisen und den Weg der inneren Heilung.

Mit Beispielen am Klavier zeigte sie, welche Emotionen Musik ausdrücken und beim Zuhörer verstärken kann: Freude mit hellen Klängen, einem bewegten Rhythmus, Trauer und Melancholie mit einer getragenen Moll-Komposition, in leiser Dissonanz endend, Aggression mit harten, lauten Staccato-Akkorden. Bemerkenswert, dass es gerade nach diesem Musikabschnitt Beifall gab - vielleicht ein Beispiel für die Chance, in Musik heftige Gefühle auszuleben, ohne andere zu verletzen? Als "Klänge zur Beruhigung" trug Brzeski ein Mozartsches Wiegenlied vor. "Musik für die Seele" folgte, verbunden mit einer Einladung zur Meditation, zur Gedankenreise. Die Klänge mündeten in Sprechgesang, in Choräle aus dem Liedgut der Christengemeinschaft wie auch in eigene Texte und Kompositionen Brzsekis.

Den Dank der Zuhörerinnen sprach Silke Ossendorf mit einem Geschenk aus. Auch an das Frauenfrühstück im Herbst, dann in der Anlage der Christengemeinschaft in Hirzenhain, ist schon gedacht. Es soll am 25. Oktober um 9 Uhr stattfinden. "Wellness - in Bewegung bleiben - körperlich, geistig, geistlich" hat die Referentin Angelika Speck ihr Thema für diesen Tag formuliert.

2006 Gute Töne für die Seele

Musik- und Klangtherapie als behutsame Reise ins Innere

Peter* schaut sich unsicher in dem gemütlichen Dachzimmer um. Der Sechsjährige ist das erste Mal bei Dorothea Brzeski, Klang- und Musiktherapeutin aus Schaafheim. Anfangs sei Peter ganz in seiner Welt gewesen, kaum Blickkontakt habe er gehabt, erzählt Dorothea Brzeski.

Das Pflegkind wohnt seit zwei Jahren in einer Familie, der Peters selten durchdringbare Verschlossenheit zu schaffen machte. „Das Jugendamt hat die Mutter darauf hingewiesen, dass Musiktherapie etwas für Peter ist.“, berichtet Dorothea Brzeski. Und so war es auch, schnell entwickelte Peter eine Beziehung zu der Musiktherapeutin, die ihm die Möglichkeit vermittelte, sich mit Musik auszudrücken und Gefühle herauszulassen. Ein wesentliches Problem offenbarte sich im Laufe der Therapie, heute ist Peter offener – Musik gibt ihm Halt und Mut.

Die Klang- und Musiktherapie ist ein sanftes Heilverfahren, bei dem Leistung keine Rolle spielt. „Im Gegensatz zum Musikunterricht geht es nicht darum, dass das Kind ein bestimmtes Pensum erfüllt, sondern dass es sich ausdrückt.“, so Dorothea Brzeski.

Bewährte Hilfe bei kleinen Problemen

Ob in der Gruppe oder alleine, ob nervöse Kinder oder überlastete Mütter, gestresste Väter oder einsame Senioren – Klang- und Musiktherapie richtet sich an alle, die ihrem Inneren wieder oder endlich etwas näher kommen wollen.

Instrumente und Musik sind dabei Hilfsmittel, mit denen innere Spannungen gelöst werden. Wissenschaftlich nachgewiesen ist mittlerweile, dass man mit der Klang- und Musiktherapie bei Konzentrationsproblemen, Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten, psychosomatischen Krankheiten, leichten Depressionen oder Kontaktschwierigkeiten langfristige Erfolge erzielen kann. Auf eine sanfte Art kann Musik im wahrsten Sinne des Wortes zur „Besinnung“ führen, negative Emotionen lösen und das innere Gleichgewicht wiederherstellen.

Einem ersten Kennenlernen folgt in der Regel eine Stunde, in der man sich gemeinsam den Musikinstrumenten nähert. „Mit denen wird dann gearbeitet“, berichtet Dorothea Brzeski. Die Patienten wählen Musikinstrumente oder einfach ein Lied, Musik wird so zum Ausdruck des seelischen Erlebens, das die Klang- und Musiktherapeutin behutsam erkundet. Sie geht darauf ein und lenkt die sich ergebenden Gespräche – mit Unterstützung der Musik. Feste Vorgaben gibt es kaum, wie sich die Stunde gestaltet, hängt maßgeblich von der Stimmung und den Bedürfnissen des Patienten ab. Die Therapeutin ist Begleiterin und Beraterin: Sie zeigt Möglichkeiten und Methoden zur Selbsthilfe auf.

Bei Kindern funktioniere das spielerisch, sagt Dorothea Brzeski. Von Musik unterlegte Interaktions- und Rollenspiele führten oft dazu, dass ein Kernproblem des Kindes sichtbar wird, das dann im Gespräch therapeutisch aufgearbeitet werden könne. Manchmal stehe aber einfach nur beruhigende Musik im Vordergrund. „Ich habe erlebt, wie Leute sehr gestresst kamen, aber dann wirklich runtergefahren wurden, wie sich ihr Puls beruhigt hat, die Atmung ruhiger wurde und die verkrampfte Haltung sich gelöst hat.“

Die Patienten nehmen viel mit auf den Weg. Man erlerne in der Klang- und Musiktherapie Strategien, mit denen man in kritischen Phasen bewusst gegensteuern könne, erzählt Dorothea Brzeski. Reizüberflutung und Leistungserwartungen setzten die meisten Menschen und besonders Kinder unter massiven Druck, der dann schlecht abzufangen sei und sich nicht selten in Stresssymptomen oder psychosomatischen Beschwerden Ausdruck verschaffe. Konzentriert wahrgenommene Tonfolgen oder einfach nur schöne Musik, für die man sich Zeit nimmt, helfen bei der Entspannung. „Es ist manchmal so wenig, was so viel bewirken kann.“, betont die Musiktherapeutin.

Für gestresste Eltern von gestressten Kindern hat sie einen sinnvollen Tipp: „Man sollte Kindern nach der Schule Zeit zum Entspannen geben, gemeinsame Fantasiereisen machen, aufgefangen von Musik.“ Wenn Eltern ihre Kinder dabei in den Arm nehmen und sich in der Alltagshektik eine gemeinsame Auszeit gönnten, dann gebe diese bewusste Nähe den Kindern – und ihren Eltern - die Kraft, den Alltag zu bewältigen. Ohne Stress und Kummer.

*Name von der Redaktion geändert